European FoodTec Award - Liste der bisherigen Preisträger

1998:

Bedford Fleischwaren GmbH & Co (Osnabrück) und Linde AG, Werksgruppe Technische Gase (Hollriegelskreuth/Bayern):

Das vom Fleischwarenhersteller Bedford in Zusammenarbeit mit Linde entwickelte Verfahren basiert auf dem Grundprinzip einer herkömmlichen Klima-Reifeanlage. Dabei wird durch die spezielle Steuer- und Regeleinrichtung sowie hermetische Abdichtung ermöglicht, daß während der Reifung (Trocknung) der Fleischerzeugnisse in der Klimakammer jede gewünschte Atmosphäre (Schutzgas) gewählt werden kann. Dieses Reifeverfahren bietet den Vorteil, daß durch den Ausschluß von Luftsauerstoff das Wachstum von Schimmelpilzen in der Reifeanlage und auf den Oberflächen der behandelten bzw. gelagerten Erzeugnisse auch bei Anwendung hoher relativer Luftfeuchtigkeiten sicher vermieden wird. Vorteilhaft ist, daß während der Lagerung der Trocknungsverlust und die Konsistenzausbildung gezielt gesteuert werden können, ohne daß unerwünschte Aromaveränderungen und Farbabweichungen auftreten. Gegenüber den traditionellen Reifeverfahren sind je nach Produkt und Behandlungszeit deutliche Rationalisierungen des Herstellungsprozesses und auch Kosteneinsparungen möglich.

Das Verfahren zeichnet sich durch einen sehr hohen innovativen Gehalt und durch Praxistauglichkeit aus. Es ist auch auf andere Erzeugnisse der Lebensmittelherstellung übertragbar, zum Beispiel der Käsereifung.

 

LIDL-Fleischwerk Handelshof GmbH & Co. KG (Neckarsulm):

Ausschließlich manuell erfolgte bisher die Positionierung von Würsten in Naturdärmen in SB-Verpackungen aufgrund der großen Inhomogenität der Erzeugnisse (z.B. Länge, Farbe, Krümmungen usw.). Auch die nur eingeschränkt zu erzielende Abpackhygiene war neben den hohen Kosten hierbei nachteilig.

Von der Firma Lidl ist in Zusammenwirken mit dem Systemhaus für Automatisierungstechnik imt Peter Nagler (Fellbach) ein Verfahren zum Sortieren und Positionieren von Würsten entwickelt worden, das auf der Anwendung von industriellen Robotern basiert. Dies war im Bereich der Fleischverarbeitung bisher nicht der Fall. Die bei Lidl arbeitende Anlage erkennt über eine visuelle Bilderkennung kontinuierlich die Lage und Form der auf einem Transportband liegenden Würste, nimmt die erkannten und akzeptierten Produkte auf und legt sie geordnet auf ein Transportband bzw. in die Verpakcung ab. Nicht akzeptierte Würste bzw. Bruchstücke werden aufgrund des Vergleichs mit den vorgegebenen Parametern nicht erfasst und am Ende entsprechend aussortiert.
Diese neue Automatisierungstechnik zum Sortieren und Positionieren von unregelmäßig geformten Produkten ist sehr innovativ, flexibel und stellt eine echte Neuerung dar. Sie kann je nach Produkt und gewünschten Sortiermerkmalen in relativ kurzer Umrüstzeit auf andere Erzeugnisse umgestellt werden. Die Abpackhygiene kann durch die Reduzierung des manuellen Eingriffs während des Verpackungsvorganges deutlich verbessert werden.

Wer verleiht den International FoodTec Award?

Der European FoodTec Award ist im Jahre 1994 von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) gemeinsam mit dem Th. Mann-Verlag (Gelsenkirchen) und seinen Zeitschriften "Deutsche Milchwirtschaft" und "European Dairy Magazine" gestiftet worden. Er wurde bis zum Jahre 2000 alle zwei Jahre aus Anlass der Ausstellung „Anuga FoodTec“ und der „Kölner FoodTec Tage“ verliehen. Im Jahre 1998 ist der Kreis der Preisstifter durch den Deutschen Fachverlag (Frankfurt am Main) und seinen Zeitschriften "Fleischwirtschaft" sowie "Fleischwirtschaft International" sowie im Jahre 2006 um die im LT Food Medien-Verlag (Hamburg) herausgegebene Zeitschrift „Lebensmitteltechnik“ erweitert worden. Die EFFoST (European Federation of Food Science and Technology) gehört seit 2008 zu den Preisstiftern.

Seit 2011 heißt der Innovationspreis "International FoodTec Award".